» Cinematime - Honig im Kopf


Fakten

» Regie - Til Schweiger » FSK - 6 Jahre » Genre - Tragikkomödie » Dauer - 140 Minuten  
» Bekannte Schauspieler - Til Schweiger, Emma Schweiger, Dieter Hallervorden

Stichworte

» Berührend
 » Tränenreich
 » Lustig

Inhaltsangabe

Die junge Tilda (Emma Schweiger) liebt ihren Großvater Amandus (Dieter Hallervorden) über alles. Der erkrankt jedoch an Alzheimer, wodurch er zunehmend vergesslicher wird und sich zuhause nicht mehr zurecht zu finden scheint. Für das in die Jahre gekommene Familienoberhaupt stehen daher alle Zeichen auf Seniorenheim. Niko, (Til Schweiger), der Vater von Tilda und Sohn von Amandus, hält es für das Beste, den alten Mann in Betreuung zu geben. Doch die elfjährige Tilda akzeptiert diese Entscheidung keineswegs. Stattdessen macht sie deutlich, dass sie auch noch ein gewichtiges Wort bei der Amandus betreffenden Zukunftsgestaltung mitzureden hat. Kurzerhand entführt Tilda den verdutzten Opa, der so gerne noch einmal Venedig sehen würde. Eine spannende, turbulente und prägende Reise nimmt ihren Lauf… (Quelle)

Persönliche Eindrücke

Entweder man liebt diese Filme, oder man kann sich nicht ab. Ich liebe Til Schweiger-Filme. Sie haben immer einen ganz bestimmtes Flair. Die Kameraeinstellungen sehr detailverliebt, die Sprüche wirklich passend, der Wiedererkennungswert einfach sehr sehr groß.

Besonders das Thema hat mich interessiert, da ich schon mehr mit Alzheimerpatienten zu tun hatte. Nicht nur in der Familie, sondern auch in meinem Sozialpraktikum von vor einigen Jahren, das mich sehr geprägt hat. Diese Erfahrung und der Film zeigen mir, dass man solche Menschen einfach lieb haben muss. Natürlich gibt es die unterschiedlichsten Diagnosen. Manche vergessen schneller, manche weniger. Manche werden aggressiv, manche bleiben herzensgut. Doch alle haben sie was gemeinsam: sie sind krank. Aber das sollte kein Hindernis sein, sich um sie zu kümmern und ihnen zu zeigen, dass sie nicht alleine sind.

Und genau das macht Tilda im Film. Sie gibt ihrem Opa eine Aufgabe, zeigt ihm, dass er alles kann, was er möchte, dass es nicht schlimm ist zu vergessen, weil er von ihr immer Hilfe bekommen wird. Die Grundgeschichte ist einfach herzzerreisend und war so auch noch nicht in Schweiger-Filmen genannt. Das schauspielerische Highlight war eindeutig Dieter Hallervorden, der den demezkranken Opa so souverän gespielt hat, mit all seinen Tücken und Schwierigkeiten. Aber immer so, dass man ihn am liebsten an die Hand genommen hätte. Was die beiden alleine erleben, ist in vielen Fällen einfach total amüsant, aber auch erschreckend. Auf was man alles achten muss, was alles passieren kann und v.a. was passiert, wenn man ihn allein und unbeaufsichtig lässt (wie z.B. nachts...). Das alles würde nur ein sehr starkes Mädchen schaffen, was Tilda wohl auch zu sein scheint. Sie schöpfte einfach aus seinen hellen Momenten, die ihr zeigten, dass ihr Opa vieles noch von früher erzählen konnte, viele Leute noch erkannte etc. 

Trotz alledem gibt es auch Punktabzüge. Leider gefällt mir Emma Schweiger immer weniger. Sie spielt zwar wirklich süß, gibt auch ihr Bestes, aber irgendwas hat sie an sich, was mir jetzt doch too much ist. Vielleicht liegt es auch dadran, dass sie immer die Tochter von Til spielt, was einfach mit der Zeit langweilig wirkt. Til Schweiger als geschockten und trauernden Sohn konnte ich irgendwie nicht so recht ernst nehmen. Klingt jetzt schlimmer als ich es meine. Es gibt in diesem Film schon zu Anfang so viele Anzeichen auf Alzheimer, die er einfach nicht sehen wollte (ich nehme an, das will zu Anfang keiner). Aber diese Anzeichen wurden immer heftiger, seine Frau hat ihm zugesprochen, dass sie Hilfe brauchen, weil sein Vater Alzheimer hat. Was musste denn alles passieren, damit er es wirklich eingesehen hat? Da sagt doch jeder normale Verstand um einiges früher: okay es ist wirklich so, wir brauchen Hilfe. Vereinzelt gab es auch die ein odere andere unrealistische Aktion, wo man im Kino saß und dachte: "Ahja, klaro, so einfach geht das sicherlich nicht." Doch solche Szenen gibt es wohl in fast jedem Film und gehören auch irgendwie dazu, um den Fluss des Filmes nicht zu stören.

Jedoch würde ich sagen, dass dieser Film, trotz seiner Länge, wirklich gelungen ist. Ganz einfach für mich, weil mich das Thema Alzheimer unheimlich interessiert und ich es als eine grandiose Umsetzung empfunden habe.

Bewertung

10 Comments:

bknicole said...

Eine sehr ausführliche und tolle Kritik. Wie du oben schon meintest, entweder man mag Til Schweiger Filme oder man mag sie nicht. Früher mochte ich die Filme sehr und finde Zweiohrkücken wirklich immer noch ganz toll, aber heute ist mir das einfach alles zu ähnlich. Klar Honig im Topf verfolgt inhaltlich zwar einen anderen Ansatz, aber schon der Grund, dass schon wieder seine Tochter das Kind spielt nervt mich persönlich etwas. Deshalb habe ich den Film ehrlich gesagt gemieden und werde ihn mir wohl auch nicht anschauen, weil ich seine Filme heute einfach nicht mehr ganz so mag wie damals, da waren sie noch individueller.

Was Alzheimer anbelangt hatten wir das leider in der Familie, mit meiner Oma mütterlicherseits. Ich war noch etwas jünger, aber bei ihr ging das dann doch alles sehr schnell, nachdem mein Opa verstorben war, da hat sie einfach abgebaut. Die beiden waren halt wirklich richtig lange zusammen und dann geht es einfach ohne den anderen nicht mehr. Aber war schon eine schwere Zeit, auch für meine Mum, weil sie uns wirklich angeschaut hat und nicht mehr wusste wer wir sind. Für mich als etwas jüngerer Knirps war das halt echt dann errschreckend, als sie mich nicht mehr erkannt hat. Ich glaube schon alleine deshalb könnte ich wahrscheinlich den Film eh nicht schauen :D. Das würde irgendwie alles hochbringen.

Danke auch für deine liebe Antwort.
Dankeschön. Ja man kann es nicht anders sagen als: Im Dezember dreht sich alles um das Essen! An jeder Ecke lacht einen was anderen tolles an und ich kann da dann auch nicht an die Figur denken :D. Da wird gefuttert.

Das steht natürlich auch noch auf meiner Leseliste, aber ich schätze mal du wirst es eher als ich lesen. Musst dann unbedingt darüber schreiben und erzählen wie es inhaltlich war.

Dann schaust du es halt mit deinem Besten Freund, wird dann sicherlich auch noch lustiger als alleine oder du gönnst dir selbst 1.Staffel von den fehlenden ;).

Vielleicht meinst du "Die Frau des Zeitreisenden" ? Der lief nämlich öfter im deutschen Tv und war sogar auch mit der selben Schauspielerin, aber schon den fand ich damals wirklich toll. Spricht mich halt echt immer an und ich werde mir den in Prime nun ganz gechillt irgendwann mit meiner Mum anschauen und mal wieder die Schauspielkünste von Rachel McAdams bewundern, die ich ganz toll finde. Passion ist da ja auch noch drinnen mit ihr und auf den Film freue ich mich auch sehr.

Ich werde den Bachelor diesmal nicht weiterschauen, also die Kandidaten sind mir bis auf 1-2, die er am Ende eh nicht nimmt, alle zu künstlich (alle blondiert, total aufgetakelt und irgendwie so zickig), kann damit nichts anfangen und würde mich wohl jede Folge über das Verhalten der meisten aufregen. Somit schaue ich ab Mittwoch lieber die neuen Folgen von Rizzoli & Isles und freue mich genauso wie du noch auf Germanys next Topmodel. Auch wenn Heidi etwas nervt, schaue ich mir doch total gerne die Shootings an. Da kommen immer so tolle Ergebnisse bei raus.

Wobei das halt immer mehr kommen wird, weil die meisten User sich das so wünschen und Amazon wirklich wegen den fehlenden Original Versionen immer so kritisiert wurde. Da werden sie nun reagieren und auch mehr im Original anbieten. Klar kommt dann alles auch noch irgendwann auf Deutsch, aber so geht halt alles etwas schneller. Ich bin ja eh auch einer dieser Verfechter des O-Tones, somit ist das jetzt nicht so tragisch, aber gibt natürlich auch ältere die das nutzen und noch nicht können. Somit muss man da halt irgendwie eine Balance finden. Ich denke bei diesen Serien wird die Synchro aber wohl noch etwas dauern, da sie noch nie im Tv gelaufen sind und auch kein Sender die Ausstrahlung geplant hat, dürfte es da sogar vielleicht noch gar keine Synchro geben. Und der Vorgang an sich dauert ja auch immer etwas.

bknicole said...


Uh CSI mag ich auch nicht, New York finde ich geht noch, aber Miami, das war mir immer zu extrem mit dem Rotkopf der dann ankam und alles mir nichts dir nichts gelöst hat und teilweise fand ich die Folgen auch etwas langweilig, aber so zum Nebenbei schauen war es immer okay. Aber wer weiß, wenn du es intensiver schaust, vielleicht gefällt es dir dann. Wobei ich finde im Krimi Bereich schlägt nichts Criminal Minds und Navy Cis, sind einfach zwei tolle und spannende Klassiker. Ich hoffe ja Criminal Minds gibt es auch mal irgewann alle Staffeln auf Prime, weil da kenne ich bei weitem noch nicht alle Folgen und so hätte man immer was zu schauen.

Genau das dachte ich mir nämlich auch, sie hat ja diese ganze Rache für ihn aufgezogen, in der Annahme das er Tod ist und ist daran ja fast selbst zerbrochen und ungefährlich war es ja jetzt auch gerade nicht und wenn er sich ihr eher gezeigt hätte, wäre vielleicht alles anders gekommen. Also ich wäre da nun zutiefst verletzt und bin gespannt wie Emilys Reaktion sein wird. Und auch Victorias, ich nehme ja mal an dass sie auch auf ihn treffen wird.

Das ist echt Dreist, dem hätte ich den Ordner auch nicht wieder gegeben. Aber mit so ner Dreistigkeit kommen viele ja leider auch durchs Leben und haben Erfolg damit - Leider :/. Aber ich bin was verleihen angeht eh vorsichtiger geworden, nicht nur was Schulzeug anbelangt auch privates. Denn es gibt da ja immer wieder Kandidaten, dennen man dann monatelang hinterherläuft um seine Sachen wieder zu bekommen.

Lisa said...

"Honig im Kopf" habe ich Anfang Januar im Kino gesehen und wirklich auch sehr gemocht. Das Thema Alzheimer ist in meiner Familie auch nicht unwichtig, von daher konnte ich viel erkennen, das wirklich so passiert, wie es im Film dargestellt wurde. Noch dazu ist letztes Jahr mein Opa gestorben, also schon vorletztes, nicht an Alzheimer, aber trotzdem hat der Film genau da getroffen, wo er nur kann, wenn Enkelin Tilda mit ihrem Opa Dinge unternimmt und mit so viel Liebe für ihn da ist. Ich finde den Film wirklich toll, wenn natürlich auch sehr traurig, aber da steckt so viel Wahrheit drin. Ich weiß nicht, ob man ihn unbedingt im Kino ansehen muss, aber es ist auf jeden Fall ein Film, den man sich wirklich ansehen sollte. :)

Tenzi ~ said...

Ich habe mir auch schon überlegt ob ich mir den Film angucke.
Der Film sieht nämlich sehr interessant aus :-)

Sarah ❤ said...

Ohh der soll so toll sein!

Mara said...

Ich muss ehrlich sagen, dass ich um das Thema Alzheimer immer einen großen Bogen mache. Vor ein paar Jahren war ich wegen meines Sozialpraktikums auch in einem Altenheim und habs irgendwie nicht so wirklich geschafft, mit dieser Krankheit umzugehen. Deswegen bin ich mir auch nicht sicher, ob ich den Film anschauen will, obwohl ich Til Schweiger eigentlich echt gerne mag :)

Laura said...

Ich bin eigentlich wirklich kein Fan von Till Schweiger...
Aber dir viel Erfolg bei deinem Blogumzug. Hoffentlich hast du hier mehr Lust zu Bloggen. :)

Liebe Grüße
Laura (www.himbeermarmelade.de)

Maid Marian said...

Ich bin schon sehr gespannt, was ich von dem Film halte, wenn ichs endlich mal schaffe ins Kino zu gehen :D
Find Alzheimer an sich auch echt interessant und bin schon gespannt wie das ganze 'aufgezogen' wird!
Liebe Grüße <3
Julia

Marieke S said...

Ein sehr schöner Post !
ich liebe es, wie deine Posts / dein Blog aufgebaut sind/ist. :)

Ich hab den Film noch nicht gesehen, aber werde ich bestimmt noch :))

monkey-with-the-crown.blogspot.com

Lilly said...

ein wirklich schöner post! ich überlege jetzt echt auch nochmal ins kino zu gehen und den film zu gucken :p

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