» My life - Die Ausbildung zur Industriekauffrau

Zu meiner Ausbildung zur Industriekauffrau möchte ich natürlich auch gerne noch ein paar Worte loswerden. Einfach auch um euch eine Inspiration zu geben und zu zeigen, was man mit dieser Ausbildung alles anfangen kann, in welche Bereiche man kommt und wie es schulisch so aussieht. 

Duales System
Die meisten Ausbildungen bei uns hier in Deutschland sind dual ausgelegt. Das heißt, dass man 1,5 Tage die Woche zur Berufschule geht und die restliche Zeit im Betrieb aktiv mitarbeitet. So ein System finde ich persönlich auch sehr wichtig, da nur Theorie oder nur Praxis auch nicht wirklich was bringt. Und so kann man eben auch seine Stärke herausfinden, ob diese eher theoretisch oder praktisch ist. Meines war by the way der praktische Teil.

Berufschule
Erst einmal eine kurze theoretische Einführung. In der Berufschule ist man in den meisten Ausbildungen 1,5 Tage in der Woche. Kann natürlich auch variieren, dass man 2 Tage in der einen und 1 Tag in der nächsten Woche ist. Wobei ich 2 volle Tage als sinnvoller halte, weil man an dem halben Tag, wenn man unter 18 Jahren ist, eigentlich noch in die Arbeit muss - und das für ein paar Stunden, die sich eh mehr oder weniger nicht lohnen. Auf jeden Fall hat man hier berufsbezogene Fächer wie BWL, Buchhaltung, Datenverarbeitung und Wirtschaft, aber auch allgemeine Fächer wie Deutsch, Gemeinschaftskunde und Religion (totaler blödsinn... da fehlte nur noch der Sportunterricht und ich hätte mich in die Schulzeit zurückversetzt gefühlt...).
In Deutsch ging es neben kreativem Schreiben, Erörerung und Textinterpretation um private Geschäftsbriefe. Lag mir persönlich irgendwie so gar nicht, da habe ich lieber eine schöne Erörerung zu den unterschiedlichsten Themen geschrieben. In Gemeinschaftskunde nahm man wieder alles vom 2. Weltkrieg durch, redete über die Demokratie, war einfach unnötig, weil man ja schon in der vorherigen Schule sehr viel dazu gelernt hatte.
Von den Themen her in den berufsbezogenen Fächern, war es schon nahe an der wirklichen Arbeitswelt angelehnt, wobei manche Beispiele totaler Blödsinn waren und es in den verschiedenen Unternehmen oftmals auch anders gehandhabt wird. So musste man sich bei Datenverarbeitung zum Beispiel ziemlich umstellen und die Logik hinter der Unternehmenssoftware herausfinden, obwohl man im Unternehmen diese Software nicht benutzt...
Hier ist es aber leider auch so, dass die Lehrer die Noten machen und man bei unterschiedlichen Lehrern unterschiedlich gut ankommt. So gab es bei mir bei Lehrerwechsel auch ziemliche Notenunterschiede...
Auch hier war ich leider sehr durchschnittlich, weil mir das theoretische Lernen einfach nicht liegt. Es steht zwar eine Firma dahinter, aber ich habe dies zum Beispiel mit meiner praktischen Leistung wett gemacht.

Die Zeit im Unternehmen
Diese Zeit hat mir besonders gefallen. Zu merken, wie es in einem Betrieb alles funktioniert, wie die verschiedenen Abteilungen zusammenarbeiten. In dieser Ausbildung durchläuft man so gut wie alle Abteilungen, die zu einer kaufmännischen Ausbildung gehören. Zu aller erst war ich im Personal. Hier wird die Arbeitszeit kontrolliert, die Abrechnungen gemacht und allerlei Organisatorisches geklärt.
Danach war ich im Einkauf. Dort lernt man zu Disponieren, Anfragen zu stellen, Angebote auszuwerden und Bestellungen zu tätigen. Lieferscheine wurden hier auch zugebucht und Rechnungen mit den Bestellungen abgeglichen und für die Buchhaltung freigegeben.
Ab ging es also auch in die Buchhaltung. Davor hatte ich ehrlich gesagt am meisten Angst. Aber das ist natürlich ganz anders als in der Schule. Man hat ein Betriebssystem, das die meisten Schritte übernimmt. Man bucht hier also die vom Einkauf kontrollierten Rechnungen zu, damit sie im Zahllauf bezahlt werden - möglichst abzüglich Skonto. Auch allerlei Auswertungen in die Richtung Controlling wurden hier durchgeführt.
Weiter ging es in den Verkauf - hier fängt eigentlich alles an. Die Kunden schicken Anfragen und Bestellungen rein, die man einterminieren und überwachen muss. Bei den Anfragen wird es oftmals auch etwas technisch, was aber nicht abschrecken sollte, da man, wenn man Interesse hat, ziemlich gut reikommt in die Materie.
Die Qualitätsabteilung gibt es in der Fertigung direkt an den Produkten vertreten, hat aber auch in vielen Firmen eine eigene kaufmännische Abteilung, in der Zeugnisse geschrieben werden. Zeugnisse mit den materiellen, technischen und mechanischen Angaben, die das hergestellte Produkt alles erfüllen kann/muss. Man merkt auch hier, dass es sehr technisch werden kann. Trotzdem war dies meine absolute Lieblingsabteilung - und nicht nur wegen der fantastischen Kollegen. Man lernt hier sehr viel über das eigentliche Produkt, aber auch, was alles für Anforderungen auf ein Produkt lastet.
Die Arbeitsvorbereitung ist ebenfalls ein wichtiger Punkt in einer Firma. In dieser Abteilung werden die ganzen Fertigungs- und Montageaufträge geplant und jeder Arbeitsschritt getimed und vorbereitet. Es werden Materialbeistell- und Arbeitspläne erstellt und in die Fertigung gegeben.
Und genau deshalb ist es auch wichtig, dass man selbst mal in der Fertigung und Montage gearbeitet hat. Diese Zeit, die ich in diesen beiden Abteilungen verbracht habe, haben mich sehr geprägt muss ich sagen. Einfach weil man im Büro denkt: haja, man drückt auf einen Knopf und schon ist alles fertig. In der Produktion merkt man aber erst einmal, wie lange eigentlich, trotz maschineller Hilfe, ein Prozess benötigt und wie viele verschiedene Schritte nötig sind, um ein fertiges Produkt zu verkaufen.
Der letzte Punkt ist der Versand, der die Ware noch vom Kunden trennt. Die Produkte müssen kommissioniert (zusammengetragen und ausgebucht) verpackt und zum Versand angemeldet werden. Die Büroaufgaben sind Lieferschein und Rechnung zu erstellen indem man den Auftrag sozusagen umwandelt und eventuell Fracht- und Verpackungskosten dazurechnet. Speditionen müssen angemeldet werden, Paketdienste kommen regelmäßig ohne Anmeldung.
Die Abteilungen Konstruktion und IT sind zwei wichtige Abteilungen, die man aber eigentlich als Industriekaufleute nicht durchläuft - man bekommt vieles mit, aber das CAD-System lernt man zum Beispiel nicht kennen.

Alles in allem ist diese Ausbildung sehr abwechslungsreich, theoretisch, wie praktisch. Mir hat sie sehr gut gefallen, ich habe viele tolle neue Kollegen und auch Freunde kennengelernt. Gute, aber auch schlechte Erfahrungen, viel richtig, aber auch einiges falsch gemacht und habe daraus gelernt.  

Leider wurde ich am Ende der Ausbildung nicht übernommen, da es leider keine Kapazität gab. Es handelt sich um ein mittelständisches Unternehmen, das einfach nicht alle Auszubildenden übernehmen kann. Sehr schade, aber im Nachhinein vielleicht auch nicht so schlecht. So lernte ich, wie ehrgeizig und erfolgreich ich werden kann. Dazu beim nächsten Mal mehr...

Teil 4: Der Jobwechsel

7 Comments:

Fraber-Fashion said...

Toller Beitrag!
Ich hab auch eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht :)
Bin gespannt was du beim nächsten Mal zu berichten hast!


Wünsche dir noch einen schönen Abend!
LG Franzi
www.fraber-fashion.blogspot.de

Carolin Bertram said...

Total spannend und toll geschrieben! Ich sehe da einige Punkte, die mir bei meiner aktuellen Arbeit bestimmt weiterhelfen würden, hätte ich so eine Ausbildung gemacht :)

christine polz said...

Du scheinst wirklich einen Job gefunden zu haben, der zu dir passt und der dir auch wirklich Spaß macht! :)
Und mittlerweile weiß man ja, dass du auch nachdem du leider nicht übernommen wurdest wieder was gefunden hast.

Also G7 war einfach nur seltsam... man kam sich wirklich vor wie im Krieg oder so. Die Leute haben eingekauft als könnte man Wochenlang an keine Lebensmittel mehr dran kommen usw. Letztlich war dann ja alles zum Glück sehr, sehr friedlich. Aber die Stimmung im Vorfeld war echt komisch und aufgeheizt. Ich hatte wirklich befürchtet, dass die Sache anders ausgeht. Letztlich war wohl hier auch einfach nicht genug Platz für die Leute und hat ihnen schon gar nicht die Möglichkeiten geboten was großartiges anzustellen...
Und die Demonstranten haben ein bisschen unterschätzt wie anstrengend so eine Demo oder ein Marsch hier in den Bergen sein kann. ;)

Nein, von der Familie her kam das gar nicht. Meine Eltern sind immer schon der Meinung, dass jeder machen soll und darf was er will. Auch die Freunde waren da nicht so festgefahren. Aber in der Schule war das wirklich extrem. Die Lehrer sagen immer, dass man studieren MUSS. Das war bei mir schon so und meine Schwester musste sich das auch ständig anhören. Finde ich eigentlich ziemlich traurig und nervig.

Ich mag einfach Filme sehr, sehr gern. Daher schaue ich halt auch viel und wenn man sich mehr damit auseinander setzt kommt man automatisch auf Filme, die nicht so sehr Mainstream sind oder zu den großen Blockbustern gehören. Das kommt einfach nur daher, dass ich mich gern damit auseinander setze und gerne sahen sehe, die etwas ungewöhnlicher sind.

Ich verstehe das manchmal auch nicht! Gut, man muss sagen, dass jene Freundin einfach selbst so ein bisschen verrückt ist. Sie ist halt Schauspielerin und ihr ganzes Leben passt irgendwie schon zu so einem Kerl...
Aber sie selbst stört es auch, dass er extrem viel Marihuana raucht... ich hatte jetzt allerdings schon etwas länger keinen Kontakt mehr, ich bin mir nicht huntertpro sicher, ob die zwei noch zusammen sind. Aber sie waren es jetzt auf jeden Fall schon recht lange.

Cyra said...

Interessanter Post !
Liebste Grüße:)
Cyra

bknicole said...

Wir hatten auch immer 1,5 Tage Berufsschule, jedoch so aufgeteilt das wir jede Woche einen fest Tag hatten und noch mal alle 2 Wochen den etwas kürzeren, wobei wir da auch nur 45 Minuten eher aushatten, wodurch wir dann nicht mehr in den Betrieb mussten. Gegen Ende unserer Ausbildung wurde der zweite Tag dann auf 13 Uhr geändert, auch hier mussten die Azubis dann nicht mehr in den Betrieb, aber davon hatten wir nicht ganz so viel. Ich fand Religion damals aber auch sehr überflüssig, weil wir auch nur das gleiche gemacht hatten wie damals in der Schule, dazu gab es bei uns noch Deutsch und Englisch (das zwar für mich sehr leicht war, aber jetzt ehrlich gesagt auch nicht so relevant war. In Deutsch haben wir halt ein Buch gelesen und darübr dann auch ne Arbeit geschrieben und in Englisch einfach englische Briefe und Bewerbungen). Der Rest waren dann Fächer auf meine Ausbildung bezogen, wo man viel Theorie lernte, über Programme aufgeklärt wurde etc. Berufsschule fand ich aber immer toll, weil wir eigentlich viele gute Lehrer hatten, ich auch gute Leistungen ablieferte und somit auch immer mitgemacht habe. Im Betrieb waren meine Leistungen aber zum Glück auch gut. Zwar hatte mir meine Ausbildung nicht ganz so zugesagt, aber finde man lernt einfach sehr viel und nimmt etwas fürs Leben mit, vor allem aus den Fehlern die man macht. Davon habe ich genauso wie du auch einige gemacht und das ist in der Ausbildung ja normal, man lernt etwas ja erst. Aber aus den Fehlern nimmt man halt wirklich am meisten mit, man wächst an ihnen, lernt Konsequenzen zu tragen und auch wie man Probleme löst. Am Anfang ist man dann noch sehr überfordert, aber mit der Zeit spielt sich das dann immer mehr ein. Mich freut es auf jedenfall, dass dir deine Ausbildung so gut gefallen hat und ich finde es super, dass du in so viele Abteilungen reinschauen durftest. Das hatte mir in meiner Ausbildung sehr gefehlt.

Danke auch für dein liebes Kommentar.
Dankeschön :). Den Tipp werde ich auch jedenfall beherzigen, sobald es komplett raus in die Natur geht. Bei uns war dann hintendran nur gleich die Fensterscheibe und die wollte ich nicht ganz so im Fokus haben xD. Ist halt dann im eigenen Garten doch nicht ganz so einfach, wenn man nicht nur Grün drum herum hat.

Manchmal gibt es Bücher auch noch gar nicht auf Deutsch, da greife ich persönlich dann immer auf die Originalversion zurück. Aber schau doch mal bei Lovelybooks, ich glaube die Listen da immer mit auf, wo man das Buch kaufen kann. Ich bin bei Buchreihen auch immer etwas im Zwiespalt. Auf der einen Seite finde ich es toll, wenn man Charaktere länger begleitet, sie einem auch ans Herz wachsen können, aber es nimmt halt immer sehr viel Zeit in Anspruch, weil man ja dran bleiben muss und ab und zu fehlt mir dann die Abwechslung. Deshalb versuche ich immer nur eine bestimmte Anzahl an Reihen zur gleichen Zeit zu lesen, dass das nicht zu viel wird. Aber im Moment gibt es halt echt viele Krimis und Fantasy Bücher, wo es immer mehr als einen Band gibt.

Ich kann mit Filmen auch nichts mehr anfangen, wenn sie einfach schon sehr alt sind, da man einfach sieht wie sehr sich die Filmbranche weiterentwickelt hat. Die Effekte von damals sind halt nicht so der Knaller und das fehlt mir dann schon irgendwie. Wir kennen es halt anders, aber damals waren das ja wirklich alles sehr große Fortschritte, die ja auch wichtig waren. Aber mir fällt es auch schwer, die heute dann anzuschauen.

Es gibt Serien, die suchte ich auch nicht so durch. Da reicht mir eine Folge und gut ist. Zum Beispiel Bates Motel. Die Serie ist zwar wirklich interessant und gut, aber mehr als eine Folge muss ich nicht sehen ,das reicht dann für dich Woche, oder auch bei Game of Thrones ist das der Fall oder The Blacklist. Durchgesuchtet werden bei mir auch echt nur meine Lieblinge, sowas wie Revenge, Teen Wolf oder Scandal xD.

Ich wusste aber gar nicht ,das die auch kostenlose Filme anbieten. Glaube das gab es bei uns noch nicht, ist aber auch ein toller Service. Weißt du noch was die da dann so hatten?

bknicole said...


Ich trage das eigentlich immer mit High Waist Shorts oder Röcken, würde das anders auch nicht kombinieren. Aber dazu passt es ganz gut, weil man halt dann noch viel vom unterteil sieht, die normalen Tops ja schon immer sehr verdeckt werden oder man stopft die halt dann rein, aber so ist das dann immer ganz easy. Und da ich ja viel High Waist im Sommer trage, mag ich den Trend deshalb ;).

Ich klebe ja leider auch den ganzen Tag an meinem Laptop, habe da ja alle Zusammenfassungen und Unterlagen für die Klausuren und bekomme dann auch nicht so viel vom Wetter mit. Ich hoffe das hält noch bis nach den Klausuren an, dann werde ich erstmal nen Tag einlegen wo ich nichts mache und nur faul herumliege. Dann denk mal an mich, denn zu der Zeit sitze ich über meinen Klausuren :P. Wünsche dir aber sehr viel Spaß und im Europapark viel trinken wenn es warm ist. War einmal im Hochsommer in nem Freizeitpark und hatte das total vernachlässig, sodass ich dann nen Hitzestich hatte durch das ständige anstehen in der Sonne.

cora said...

Danke für deinen Kommentar!
Ich hasse es selbst, wenn ich so denke, denn eigentlich weiß ich selbst, dass es nicht auf möglichst viele Follower ankommt. Finde es übrigens auch viel wichtiger, dass untereinander ein reger Austausch stattfindet. Klar hätte ich auf ein Bloginterview! :) Du kannst mir deswegen gerne eine Mail schreiben. <3

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